Horrorfilme: Die Hölle sind wir

Horrorfilme sind nicht nur die übliche Wiederkehr des Verdrängten, sie sind auch eine – sollen wir sagen perverse, auf jeden Fall obskure – Art der Trauerarbeit, was bei Meistern des Genres so pervers und so obskur nicht ist. Und sie sind Ausdruck eines Zorns, der keinen Gegenstand findet. Das eigentliche Monster in allen Horrorfilmen ist immer die Normalität: Es ist die Unfähigkeit zu trauern. Die Verdrängung des Abschieds. Im modernen Horrorfilm muss so viel gelitten und gestorben werden, weil man im realen Leben vom Leiden und vom Sterben so wenig sehen darf.

Quelle: Horrorfilme: Die Hölle sind wir, Georg Seeßlen

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