Das Kulturelle Gedächtnis und die digitalen Geisteswissenschaften

Das Kulturelle Gedächtnis und die digitalen Geisteswissenschaften

Das Kulturelle Gedächtnis, verstanden als generationenübergreifende, interaktionslose Kommunikation über aufgezeichnete kulturelle Äußerungen (Text, Musik, Malerei etc.), kann nur dann dauerhaft, nachvollziehbar und zuverlässig funktionieren, wenn der Kommunikationsfluss durch Gedächtnisinstitutionen organisiert wird. Gedächtnisinstitutionen pflegen das Kulturelle Gedächtnis durch den Aufbau eines Bestandes kultureller Äußerungen, ihre Bewahrung und Vermittlung an gegenwärtige und zukünftige Nutzer. Der Aufbau einer Sammlung entspringt im Analogen einer Idee, folgt einem Plan, entwickelt sich in der Geschichte, wird von Generation zu Generation weitergebaut, ist ortsgebunden, strukturiert und eingehegt. Mit anderen Worten: ermöglicht kulturelle Nachhaltigkeit. Nur, wenn sich kulturelle Nachhaltigkeit auch für über digitale Medien kommunizierte kulturelle Äußerungen gewährleisten lässt, kann auch von einem Funktionieren des Kulturellen Gedächtnisses im Digitalen gesprochen werden. Hierauf sind die digitalen Geisteswissenschaften angewiesen um nachhaltig Innovation und neues Wissen hervorbringen zu können!